Nakiri Messer: Das japanische Gemüsemesser

Veröffentlicht:
📅 28. März 2026

Das Nakiri Messer (菜切包丁) ist Japans spezialisiertes Gemüsemesser — mit seiner charakteristischen rechteckigen Klinge und dem flachen Schneidenprofil ist es das ideale Werkzeug für alle, die täglich mit Gemüse kochen.

Was ist ein Nakiri Messer?

Das Nakiri (菜切, wörtlich „Gemüseschneider") ist ein beidseitig geschliffenes japanisches Küchenmesser mit einer dünnen, rechteckigen Klinge von 150-180 mm Länge. Das perfekt flache Klingenprofil ermöglicht vollständigen Kontakt mit dem Schneidebrett bei jedem Schnitt.

Nakiri-Schneidtechniken

Das flache Klingenprofil des Nakiri ermöglicht vier wesentliche Schneidtechniken, die mit diesem Messer besser funktionieren als mit jedem anderen:

  1. Druckschnitt (Oshi-giri) — Die Klinge gleichzeitig nach vorne und unten drücken, sodass die gesamte flache Schneide das Brett berührt. Die Haupttechnik des Nakiri für sauberste Schnitte. Ideal für gleichmäßige Gurken-, Rettich- und Karottenscheiben.
  2. Klopfschnitt (Tataki-giri) — Die Klinge gerade nach oben heben und in schneller Klopfbewegung ohne Wiegen herunterbringen. Perfekt zum groben Schneiden von Kohl und Blattgemüse.
  3. Julienne (Sen-giri) — Erst Gemüse mit dem Druckschnitt in dünne Scheiben schneiden, dann stapeln und in Streichholzstreifen schneiden. Die flache Klinge hält jeden Streifen gleich dick.
  4. Brunoise (Feinwürfel) — Nach dem Julienne die Streifen um 90° drehen und in kleine Würfel schneiden. Die Klingenhöhe gibt den Knöcheln Spielraum, die flache Schneide sorgt für gleichmäßige Würfel.

Wofür wird ein Nakiri verwendet?

  • Präzises Schneiden — hauchdünne Gurken-, Rettich- und Tomatenscheiben
  • Julienne — gleichmäßige Gemüsestreifen in Streichholzgröße
  • Zwiebeln würfeln — die flache Klinge ermöglicht präzise Quer- und Längsschnitte
  • Kräuter hacken — schnelle Auf-und-Ab-Bewegung für feines Hacken
  • Großes Gemüse — Kohl, Salat, Chinakohl

Warum Köche das Nakiri für die Vorbereitung lieben

Bei unseren Tests in Kappabashi war das Nakiri der Messertyp, der uns am meisten überraschte — sein flaches Klingenprofil macht die Gemüsevorbereitung spürbar schneller als ein Santoku. Als wir Köche beim Rettich-Julienne, Zwiebelwürfeln und Kohlschneiden stoppten, war das Nakiri durchgehend 15-20 % schneller als ein Santoku derselben Preisklasse. Der Grund ist einfach: Die flache Schneide schneidet auf jedem Millimeter des Hubs, während eine gebogene Klinge nur einen Teil des Bretts berührt.

Profiköche schätzen das Nakiri besonders für die Mengenvorbereitung bestimmter Gemüse: Kohl für Tonkatsu (ultradünne Streifen), Rettich für Garnituren, Gurke für Salate, Aubergine für Pfannengerichte und Frühlingszwiebeln für Ramen. Wenn Ihr Kochen tägliche Gemüsevorbereitung beinhaltet, verwandelt das Nakiri die Arbeit von einer Pflicht in ein echtes Vergnügen.

Nakiri vs Santoku

MerkmalNakiriSantoku
SpezialisierungNur GemüseAllzweck (Fleisch, Fisch, Gemüse)
KlingenformRechteckig, flachSheepsfoot, leichte Kurve
SpitzeEckig/abgerundet — keine SpitzeSpitze Sheepsfoot-Form
Gemüse-Performance★★★★★★★★★
Vielseitigkeit★★★★★★★★

Fazit: Kaufen Sie ein Nakiri als zweites Messer, wenn Sie Gemüse lieben. Kaufen Sie zuerst ein Santoku, wenn Sie nur ein Messer wollen.

Größenratgeber

GrößeAm besten für
160 mmKompakte Arbeit, kleinere Schneidbretter
165 mmStandardgröße — für die meisten Köche ideal
180 mmGroße Gemüsesorten, mehr Klingenfläche

Unsere Empfehlungen

Bester Preis: Tojiro DP Nakiri (165 mm) — ~45 €

VG-10-Kern, 3-Schicht. Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, wie bei allen Tojiro DP-Messern.

Beste Mittelklasse: Shun Classic Nakiri (165 mm) — ~130 €

VG-MAX, 69-lagiger Damast. Schön und funktional. Der PakkaWood-Griff ist komfortabel.

Bestes Premium: Masakage Yuki Nakiri (165 mm) — ~180 €

Aogami Super (Blue Super) mit Edelstahlverkleidung. Kurouchi-Finish. Von Handwerkern in Sanjo, Niigata gefertigt.

Bestes Handwerk: Yoshimi Kato Nashiji Nakiri (165 mm) — ~220 €

Handgeschmiedet von einem der angesehensten Klingenschmiede Echizens. Das Nashiji-Finish (Birnenhaut) bietet eine rustikale Textur, die Lebensmittel leichter löst. Aogami-Super-Kern für außergewöhnliche Schärfe. Kein Messer gleicht dem anderen — echtes Handwerk.

Sammler-Tipp: Kurosaki Fujin Nakiri (165 mm) — ~280 €

Yu Kurosakis Fujin-Serie (Windgott) mit gehämmerter Klingenoberfläche und SG2/R2-Pulverstahl-Kern. Die Kombination aus Edelstahlkomfort und karbonstahlartiger Schärfe macht es zum leistungsstärksten Nakiri in unserem Test. Die handgeschmiedete Textur sorgt für hervorragendes Ablösen der Lebensmittel, und der SG2-Kern hält die Schärfe deutlich länger als VG-10.

Häufig gestellte Fragen

Wofür verwendet man ein Nakiri Messer?

Ein Nakiri ist speziell zum Schneiden von Gemüse konzipiert. Sein flaches Klingenprofil ermöglicht vollen Kontakt mit dem Schneidebrett für präzise, gleichmäßige Schnitte. Es ist nicht für Fleisch oder Fisch gedacht.

Was ist der Unterschied zwischen Nakiri und Santoku?

Das Nakiri ist ein reines Gemüsemesser (rechteckig, flach). Das Santoku ist ein Allzweckmesser für Fleisch, Fisch und Gemüse. Wenn Sie nur ein Messer kaufen: Santoku. Als zweites Messer für Gemüseliebhaber: Nakiri.

Welche Größe Nakiri soll ich wählen?

165 mm ist die Standardgröße. 160 mm für kompaktere Arbeit, 180 mm für große Gemüsesorten wie Kohl.

Eignet sich ein Nakiri zum Kräuterhacken?

Ja, das Nakiri eignet sich hervorragend zum Kräuterhacken. Sein flaches Klingenprofil und die scharfe Schneide machen es ideal zum Hacken von Petersilie, Koriander, Basilikum und Schnittlauch. Die breite Klinge dient auch als Schaufel, um gehackte Kräuter vom Brett in die Pfanne zu befördern.

Ist ein Nakiri schwer zu schärfen?

Nein. Nakiri-Messer sind beidseitig geschliffen, was sie einfach auf einem Schleifstein zu schärfen macht. Halten Sie einen konstanten Winkel von 10-15° pro Seite mit einem 1000er-Stein zum Schärfen und 3000-6000er zum Polieren. Das flache Schneidenprofil ist sogar einfacher zu schärfen als gebogene Klingen wie ein Gyuto.